MVZ Onkologie Ostalb

Häufige Fragen zur Chemotherapie

Was ist eine Chemotherapie?

Eine Chemotherapie ist die Behandlung von Krebszellen mit Medikamenten, um diese abzutöten oder unter Kontrolle zu halten. Diese Medikamente heißen »Zytostatika, Antikrebsmedikamente, Antitumormedikamente oder Chemotherapeutika«. Je nach den Krankheit behandelt man mit einzelnen Medikamenten, mit Kombinationen mehrerer Medikamente oder in Kombinationen aus Medikamenten und einer Bestrahlungsbehandlung. Unter einer sogenannten »adjuvanten Chemotherapie« versteht man eine medikamentöse Behandlung zusätzlich zu seiner anderen Krebsbehandlung (z. B. Operation, Bestrahlung). Es handelt sich dabei um eine vorbeugende Maßnahme, um die operative oder strahlentherapeutische Behandlung zu unterstützen und restliche Tumorzellen zu zerstören.

Woher stammen Zytostatika?

Die meisten Zytostatika werden aus natürlichen Stoffen wie Planzen, Pilzen oder Bakterien gewonnen. Die Aussage, dass die Behandlung von Krebs ein Kampf mit der »chemischen Keule« ist, stimmt also nicht.

Wie wird eine Chemotherapie üblicherweise verabreicht?

Die Medikamente werden meistens über eine Infusion in eine Vene verabreicht. Dies kann entweder als Kurzinfusion nur wenige Minuten dauern oder als aufwändigere Infusionstherapie über einige Stunden erfolgen. Es gibt die Chemotherapie auch in Tablettenform, die die gleiche Wirkung hat.

Wird man wegen jeder Chemotherapie stationär behandelt?

Nein. Die allermeisten Chemotherapie können problemlos ambulant verabreicht werden. Auch mehrstündige oder aufwendigere Therapien können ambulant durchgeführt werden. Nach der Chemotherapie können die Patienten wieder nach Hause gehen.

Wie häufig und wie lange wird eine Chemotherapie verabreicht?

Je nach dem, welche Krankheit und welche Therapie Sie benötigen, kann das sehr unterschiedlich sein. Die Chemotherapie wird in Zyklen verabreicht. Ein Zyklus dauert in der Regel 3-4 Wochen. Manche Therapien werden nur 1 x alle 3-4 Wochen verabreicht, bei anderen sind wöchentliche Therapiegaben notwendig, die dann häufig von einer Pause unterbrochen sind. Auch die Gesamtdauer einer chemotherapeutischen Behandlung kann sehr unterschiedlich sein. Meist liegt sie aber im Bereich von etwa 4 bis 6 Monaten.

Fallen bei einer Chemotherapie immer die Haare aus?

Nein. Es gibt viele Chemotherapie-Medikamente, die sehr gut wirksam sind und trotzdem keinen Haarverlust verursachen. Deshalb kommt es sehr auf die Art der Erkrankung und das notwendige Chemotherapie-Medikament an, ob mit dieser Nebenwirkung zurechnen ist. Bei manchen Erkrankungen lässt sich ein vorübergehender Haarverlust leider nicht vermeiden. Hier können Sie sich frühzeitig aber eine Perücke anfertigen lassen, die Ihrer früheren Frisur entspricht. Die Kosten werden von der Invalidenversicherung übernommen. Nach der Chemotherapie kommt es in aller Regel wieder zu einem normalen Haarwachstum.

Werde ich während der Chemotherapie unter starker Übelkeit leiden?

Nicht unbedingt. Vor einigen Jahren war das Auftreten von Übelkeit noch häufiger. Inzwischen gibt es aber Medikamente die Erbrechen und Übelkeit verhindern. Ihr Arzt wird Ihnen gerne ein solches Medikament geben. Es kann auch in den Folgetagen nach der Chemo noch zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Sie bekommen von unserem Praxisteam eine Bedarfsmedikation und entsprechende Empfehlungen mit nach Hause. Wenn Probleme auftreten, wenden Sie sich bitte an uns.

Werde ich über die Nebenwirkungen informiert?

Selbstverständlich. In einem ausführlichen Gespräch vor der Therapie wird der Arzt mit Ihnen über die Wirkung und den Sinn der Therapie sprechen. Es werden aber auch alle möglichen Nebenwirkungen und Risiken mit Ihnen besprochen.Sie bekommen von uns genügend Zeit, alle Ihre Fragen und Bedenken zu äußern und können immer noch über Ihre Bereitschaft zu einer Therapie nachdenken. Die Chemotherapie wird nur verabreicht werden, wenn wir Sie vollständig aufgeklärt haben und sie Ihr schriftliches Einverständnis zu einer solchen Therapie abgegeben haben.

Was darf ich während einer Chemotherapie essen oder trinken?

Sie dürfen alles essen und trinken, worauf Sie Appetit haben und was Sie auch bisher gegessen haben. Ein ausgewogener Speiseplan mit vielen Vitaminen und Ballaststoffen empfiehlt sich. Sie benötigen keine zusätzlichen Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel. Sie sollten auch darauf achten, dass Sie genügend Flüssigkeit zu sich nehmen (Wasser, Tee, Säfte). Kleinere Mengen Alkohol dürfen Sie auch trinken, allerdings raten wir Ihnen am Therapietag und am Folgetag darauf zu verzichten.

Ist die Chemotherapie schmerzhaft?

Nein. Die Verabreichung der Medikamente ist nicht schmerzhaft. Schmerzen sind in aller Regel Folge der eigentlichen Tumorerkrankung und sollten unter einer chemotherapeutischen Behandlung besser werden. Es kann aufgrund der Chemotherapie zu Nebenwirkungen, wie z. B. Schleimhautentzündung kommen, die wiederum schmerzhaft sein können. Ihr behandelnder Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin wird Ihnen für solche Fälle entsprechende Medikamente verschreiben.

Muss man sich während einer Chemotherapie körperlich schonen?

Im Prinzip nicht. Es ist sogar vorteilhaft, wenn Sie sich während eines Chemotherapie-Zykluses mit leichter körperlicher Betätigung fit halten, wenn es Ihre Gesamtsituation erlaubt. Wir raten Ihnen lediglich von Leistungssport oder von Sportarten mit großem Verletzungsrisiko ab.

Gibt es noch andere Behandlungsmethoden als Chemotherapie?

Neben der Chirurgie und der Strahlentherapie sind in den letzten Jahren besonders Immuntherapien zunehmend auf den Markt gekommen. Diese Behandlungen werden oft in Form von so genannten Antikörper-Therapien ("Eiweisstherapien") als Tabletten oder Infusionen verabreicht. Oft zeichnen sie sich im Vergleich zur Chemotherapie durch eine besonders gute Verträglichkeit aus. Dadurch kann eine solche Therapie auch mit einer Chemotherapie kombiniert werden, um eine noch höhere Wirksamkeit zu erreichen.

Was mache ich bei psychischen Problemen?

Die Diagnose einer Krebserkrankung stellt für den Betroffenen und seine nächsten Angehörigen fast immer eine schwere psychische Belastung dar. Entsprechend kommen seelische Probleme sowohl bei Patientinnen und Patienten, aber auch bei ihren engsten Verwandten und nächsten Bezugspersonen sehr häufig vor. Es ist wichtig, dass Sie Ihre Ängste und Sorgen mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer behandelnden Ärztin besprechen.